Wir freuen uns, Sie zur dritten Ausgabe unseres interdisziplinären Symposiums einzuladen, das sich ganz der Künstlichen Intelligenz in der Medizin widmet. Erleben Sie am 29. und 30. Januar 2027 aktuelle...
mehr lesenChallenge: Skills4Kids – Access to Care: Wie wird aus einem guten Angebot echte Nutzung?
Ausgangslage / Das F&E Projekt
Seit der Pandemie zeigt rund ein Drittel der 7- bis 12-Jährigen in Deutschland psychische Auffälligkeiten, 15 % sind erheblich adipös – mit steigender Tendenz (Ravens-Sieberer et al., 2021). Dahinter steckt meist eine gestörte Emotionsregulation: Kinder lernen nicht, mit starken Gefühlen wie Wut, Angst oder innerer Anspannung gesund umzugehen, und regulieren sie stattdessen z. B. über impulsives Essen, aggressives Verhalten oder Selbstverletzung. Im Saarland ist der Handlungsdruck besonders hoch: Über 60 % der Erwachsenen sind übergewichtig oder adipös (Nationale Verzehrsstudie II) – und in der Kindheit erlernte Emotionsregulationsstrategien bleiben meist ein Leben lang bestehen.
Skills4Kids setzt genau hier an: Ein Konsortium aus dem UdS-Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychiatrie, dem DFKI, Pioneo und der IKK Südwest entwickelt eine sozial-digitale KI-Diagnostik- und Therapieassistenz-App. Sie überträgt die nachweislich wirksamen Strategien des analogen START-Programms (www.startyourway.de) in eine digitale, niedrigschwellige Anwendung mit Avatar, der eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind aufbaut und zur Anwendung der Skills motiviert. Ziel ist es, deutlich mehr Kinder und Jugendliche zu erreichen, als es über den Weg in eine psychiatrische Klinik oder Praxis möglich wäre. Für diese Altersgruppe gibt es bislang erheblich weniger digitale Mental-Health-Angebote als für Erwachsene.
Skills4Kids richtet sich transdiagnostisch an vier Hauptindikationen mit schwerer Emotionsregulationsstörung im Zentrum: nichtsuizidales selbstverletzendes Verhalten, ADHS, Störung des Sozialverhaltens und emotional instabile Persönlichkeitsstörung. Diese Störungsbilder sind meist multifaktoriell bedingt (genetisch, familiär, psychosozial) und erfordern multimodale Behandlungsansätze unter Einbezug von Familie, Schule und Umfeld. Zentrale therapeutische Verfahren sind je nach Indikation Psychoedukation, Eltern-/Schulinterventionen sowie spezifische Psychotherapien oder mentalisierungsbasierte Therapie.
Nutzer:innen-Journey
Patient Journey (Beispiel): Beispielhafter Einsatz der App – ein fiktives Beispiel: Lea, 13, kennt starke Wutausbrüche und beginnt, sich in Überforderungsmomenten selbst zu verletzen, um die innere Anspannung loszuwerden. Ein Therapieplatz ist Monate entfernt. In einem akuten Moment, etwa nach einem Streit mit den Eltern, öffnet sie den Skills4Kids-Avatar. Dieser erkennt anhand ihrer Eingaben den Anspannungszustand, führt sie durch eine kurze, altersgerechte START-Übung zur Beruhigung und macht ihr den eigenen Fortschritt sichtbar. Die App wirkt so präventiv (bevor sich ein Muster verfestigt) und komplementär zu einer laufenden oder noch ausstehenden Behandlung; nicht als Ersatz für Therapie, sondern als Brücke in Momenten, in denen sonst niemand erreichbar ist.
Beschreibung der Challenge
Challengegebende Einrichtung: Pioneo GmbH (im Konsortium mit UdS-Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychiatrie, DFKI, IKK Südwest)
F&E-Projekt: Skills4Kids
Emotionale Dysregulation trifft besonders Kinder und Jugendliche mit geringem psychosozialem Unterstützungssystem – genau diese Gruppe nutzt bestehende Hilfsangebote am seltensten: aus Scham, Sprachbarrieren, fehlendem Zugang zur Kinder- und Jugendpsychiatrie oder weil niemand im Umfeld das Problem erkennt. Skills4Kids soll diese Lücke schließen.
Die eigentliche Herausforderung beginnt aber nicht beim App-Download, sondern danach: Aus Projektsicht ist ein Ziel erst erreicht, wenn ein Kind oder Jugendlicher die App freiwillig, über einen längeren Zeitraum und in echten Alltagsmomenten nutzt – nicht nur einmal ausprobiert. Genau das scheitert in der Praxis häufig an mangelnder Zielgruppenpassung: Eine App, die technisch, sprachlich oder inhaltlich nicht zur Lebensrealität des Kindes passt, wird nach dem ersten Frust wieder gelöscht – unabhängig davon, wie gut das zugrunde liegende Therapiekonzept ist.
Leitfrage(n)
Wie muss die Ansprache, Begleitmaterial und die App von Skills4Kids gestaltet, angesprochen und eingeführt werden, damit Kinder und Jugendliche wie Jonas die App nicht nach zwei Versuchen wieder löschen, sondern freiwillig und über Wochen hinweg zu ihrer festen Anlaufstelle in schwierigen Momenten machen und woran würde das Projekt diesen Erfolg konkret festmachen?
Materialliste
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- PowerPoint-Präsentation zu Skills4Kids mit Video und Screenshots (Einblick in App-Konzept, Avatar und aktuellen Entwicklungsstand)
- Kennzahlen zur psychischen Belastung von Kindern (Ravens-Sieberer et al., 2021) und zu Übergewicht/Adipositas im Saarland (Nationale Verzehrsstudie II)
- Kurzportrait des START-Programms (www.startyourway.de) und seiner bisherigen Zielgruppen
- Einblick in Zugangswege/Erstkontakt-Kanäle des Konsortiums (UdS-Klinik, IKK Südwest)
- Beispielhafte Nutzer:innen-Personas mit unterschiedlich starkem psychosozialem Unterstützungssystem (z. B. Jonas, s. Patient Journey)

Ablauf des Health Hack Saar 2026
FREITAG, 06.11.
Themenfindung & Teamaufbau
09:00 Uhr: Registrierung & Willkommenskaffee
09:30 Uhr: Einführung in das Event
10:00 Uhr: Präsentation der Challenges & Brainstorming
12:30 Uhr: Mittagspause
13:00 Uhr: Team-Building & Ideen-Validierung
16:00 Uhr: Präsentation der Zwischenergebnisse: Wo stehen die Teams am Ende des ersten Tages?
(17:00 – 21:00 Uhr: Let’s Hack! Freie Arbeitsphase)
SAMSTAG, 07.11.
Entwicklung & Präsentation
10:00 Uhr: Morgencafé & Einführung in den Tag
10:30 Uhr: Intensivphase Prototyping
12:30 Uhr: Mittagspause
13:00 Uhr: Finalisierung des Projekts & Vorbereitung der Projektpräsentation
14:45 Uhr: Präsentation vor der Jury
16:30 Uhr: Preisverleihung
17:30 Uhr: Ende der Veranstaltung
FAQs
Ein Hackathon ist eine Veranstaltung, bei der Teams gemeinsam an kreativen Lösungen für konkrete Herausforderungen arbeiten – mit Fokus auf innovative technische oder nicht-technische Ideen. Dabei stehen Teamarbeit, Experimente und das schnelle Umsetzen von Konzepten im Vordergrund, unterstützt durch Mentor:innen und Expert:innen. Am Ende präsentieren die Teams ihre Ergebnisse vor einer Jury, wobei nicht nur der Sieg, sondern auch das Lernen und Netzwerken im Mittelpunkt stehen.
Nein! Du kannst zwar nicht programmieren, kennst dich aber im medizinischen/therapeutischen/pflegerischen Kontext gut aus, bist ein Genie im logischen Denken, hast Kommunikationstalent, bringst Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen in ein produktives Gespräch zusammen, zeichnest gerne und skizzierst den Plan oder bist ein Verkaufsass? Ein Hackathon lebt von der Diversität der Hintergrund- und Fachexpertise – sei dabei und bring dich ein!
Der Hackathon lebt von Interdisziplinarität – Teams sollten sich demnach so zusammenstellen, dass aus allen notwendigen Bereichen Personen dabei sind. Bring dich und deine Neugierde mit und das ist ausreichend!
Die Teams stellen sich nach einer gemeinsamen Brainstorming-Session am Freitag zusammen. Du arbeitest dann in dem Team, in das du dich selbst einbringen möchtest. Außerdem: Mentor:innen besuchen Euch in den Arbeitsphasen und unterstützen, wo sie können.
Ja, es ist sinnvoll, an beiden Tagen dabei zu sein. Gute Ideen kommen manchmal innerhalb von Sekunden, aber die Ausarbeitung braucht ihre Zeit. Wir bieten dir einen gemütlichen Rahmen mit toller Arbeitsatmosphäre, um mit Menschen gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Am zweiten Tag wird vor der Jury gepitcht und es gibt einen Preis zu gewinnen. Es lohnt sich also, die Zeit zu investieren und dran zu bleiben!
Ihr organisiert euch in den Teams selbst und plant eure Arbeitsphasen selbst. Wenn ihr Pausen braucht, nehmt sie euch. Vergesst dabei aber nicht ab und zu aufs Programm zu schauen, damit ihr nichts verpasst! Rund um die Halle4 kann man gut spazieren und die Halle4 ist groß genug, um sich auch hier und dort eine stille Ecke zu suchen.
Nein – es sei denn, darin denkst du auch tagsüber besser! Der Hackathon findet in zwei Tagessprints statt – am Freitagabend um 21 Uhr läuten wir die Ruhephase ein. Ab 10 Uhr am Samstag könnt ihr dann frisch gestärkt in euren Teams weiterarbeiten.
Die Teilnahme ist kostenlos! Essen und Trinken werden gestellt. Lediglich ein besonderes Getränk an der Bar mit Milchschaum musst du dir selbst zahlen! Um Anmeldung bitten wir bis zum 28. Oktober.
Ja, bring mit, was du zum Denken, Skizzieren, Coden, Notieren oder Recherchieren brauchst. Vor Ort wird es Moderationskoffer mit Stiften und Papier geben sowie eine gute Internetverbindung. Ansonsten bring gerne das Arbeitsmaterial mit, das du benötigst!
Die Challengegeber:innen bringen selbst Literatur, Daten und Materialien zu ihrer Challenge mit.
Nein, darum kümmern wir uns! Es gibt am Freitagmittag, Freitagabend und Samstagmittag ein gemeinsames warmes vegetarisches Essen. Dazu stellen wir Snacks wie Obst und Kekse sowie Getränke durchgängig zur Verfügung.
Der Health Hack Saar findet in der Halle4 (Halbergstraße 4, 66121 Saarbrücken). statt. Man kommt am Besten mit der Saarbahn (Haltestelle Uhlandstraße), mit dem Bus (105, 152, 154, Egon-Reinert-Straße), mit dem Fahrrad (Fahrradstellplätze vor der Tür) oder zu Fuß! Autoparkplätze stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung.
Wenn ihr unbedingt mit dem PKW kommen möchtet, findet ihr vor Ort ein paar wenige Parkplätze – hier gilt allerdings “wer zuerst kommt, der:die parkt zuerst”. In der Halbergstraße finden sich weitere Parkplätze.
Na klar! Damit wir allerdings genug Essen für alle haben (und auch, damit wir einen Überblick behalten), bitten wir um eine Anmeldung über diesen Link: https://eveeno.com/healthhacksaar2026.
Es wird einen Kriterienkatalog geben, den die Jury als Stütze nehmen wird. Es ist wichtig, dass die Idee eine realistische Umsetzbarkeit hat, dass sie einen gesellschaftlichen Mehrwert eindeutig nachweisen kann und dass das Team zusammenhält, um die eigene Idee nach vorne zu bringen. Am allerwichtigsten ist aber der Spaß bei der Sache!
Das verraten wir natürlich noch nicht ganz. Aber Lob und Ehre wird es auf jeden Fall geben.
Am Tag begleiten Euch Mentor:innen aus zahlreichen Fachbereichen – sie alle sind an der Schnittstelle zu einer Fortführung eures Projekts. Ihr könnt die Chance nutzen und mit ihnen ins Gespräch kommen, um eure Prototypen im Nachgang einen Schritt weiter zu bringen.
House of Transfer – starke Partnerschaft für Innovation und Transfer
saaris führt die gemeinsame Veranstaltung im Rahmen seines Projekts House of Transfer durch. Das House of Transfer (HoT) ist eine gemeinsame saarländische Initiative von saaris, FITT und Triathlon, gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes. Ziel ist es, Unternehmen und Forschung enger miteinander zu vernetzen und Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen.
Transfer bedeutet dabei weit mehr als die reine Weitergabe von Wissen. Eine gute Idee entfaltet ihren eigentlichen Wert erst dann, wenn sie in die Anwendung gelangt und Wirkung erzeugt. Saaris bewegt sich an der Schnittstelle zum Markt, zu den Unternehmen, zu industriellen Wertschöpfungsketten und zur regionalen Transformation. Viele Organisationen decken lediglich einzelne Abschnitte dieser Transferkette ab. saaris übernimmt im House of Transfer deshalb die Rolle des Transfer-Enablers und stellt Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Akteuren und Phasen des Innovationsprozesses her.
Dazu gehört die Vernetzung von Menschen und Organisationen, die sich ohne entsprechende Formate vermutlich nie begegnet wären. Darüber hinaus unterstützt saaris bei der „Übersetzung“ zwischen den unterschiedlichen Perspektiven und Sprachen von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Gleichzeitig werden Potenziale aktiviert, Kooperationen gefördert und die spätere Skalierung von Innovationen und Projekten begleitet. Dazu gehören auch die Übertragung, Verbreitung und langfristige Verstetigung erfolgreicher Lösungsansätze.
Mit dem House of Transfer und den beteiligten Partnern wird so eine zentrale Infrastruktur für Zusammenarbeit, Vernetzung und Innovation aufgebaut. Wissen, Kompetenzen und Ressourcen sollen wirksam zusammengeführt werden, um Innovationen schneller in die Praxis zu überführen und nachhaltige Transformation zu ermöglichen.
House of Transfer – starke Partnerschaft für Innovation und Transfer: saaris führt die gemeinsame Veranstaltung im Rahmen seines Projekts House of Transfer durch. Das House of Transfer (HoT) ist eine gemeinsame saarländische Initiative von saaris, FITT und Triathlon, gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes. Ziel ist es, Unternehmen und Forschung enger miteinander zu vernetzen und Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen.
Der Health Hack Saar 2026 ist Teil des Health.AI Hubs, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des Programms “Wir! Wandel durch Innovation in der Region”, in Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsagentur saaris – saarland innovation und standort GmbH im Rahmen der Transferinitiative House of Transfer. Die Veranstaltung wird umgesetzt mit der freundlichen Unterstützung der Halle4 powered by we start spaces, des European Digital Innovation Hub Saarland, der IKK Südwest und der Meta-Level Software AG. Wir bedanken uns bei allen Partnern für die Zusammenarbeit und Unterstützung in der Konzeption und Umsetzung des Health Hack Saar 2026!
