KI in der Medizin 2026 – 215 Teilnehmer:innen – 23 Referent:innen – 5 Workshops – 2 Tage Symposium in Homburg Datum & Ort: 16.–17. Januar 2026, Neuer Hörsaal der Universität...
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KI in der Medizin 2026 - 215 Teilnehmer:innen - 23 Referent:innen - 5 Workshops - 2 Tage Symposium in Homburg
Datum & Ort: 16.–17. Januar 2026,
Neuer Hörsaal der Universität des Saarlandes, Campus Homburg (Gebäude 35).
Veranstalter:innen: Health.AI in Kooperation mit dem DFKI, Universität des Saarlandes (UdS) und der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS).
Webseite: https://ki-symposium-homburg.de/review-2026/


Am 16. und 17. Januar 2026 hat das KI in der Medizin Symposium in Homburg gezeigt, wie nah Zukunft und klinischer Alltag bereits beieinanderliegen. Im Neuen Hörsaal auf dem Campus Homburg kamen an beiden Tagen zusammen über 215 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, davon 184 am Freitag und 137 am Samstag. Sie hörten 23 Referentinnen und Referenten, tauschten Erfahrungen aus und arbeiteten in fünf Workshops. Eingeladen hatten Health.AI, das DFKI, die Universität des Saarlandes sowie die Medizinische Fakultät des Universitätsklinikums des Saarlandes.
Schon beim Eintreffen war die Atmosphäre herzlich und offen. Im Empfangsbereich standen Kaffee und kleine Stärkungen bereit. Das gemeinsame Abendessen am Freitag bot vielen die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Das Vortragsprogramm fand im großen Hörsaal statt. Die Workshops am zweiten Tag waren auf mehrere Räume verteilt, sodass konzentriert und in kleiner Runde gearbeitet werden konnte.




Inhaltlich führte der erste Tag in das Thema ein. Mehrere Beiträge fokussierten sich auf Forschungsprojekte, die Künstliche Intelligenz in den Themen der Medizin verwenden und welche Forschungsschwerpunkte zukünftig zu meistern sind.
Eingeleitet wurde das Symposium mit grundlegenden Themen der KI und wie diese in der Medizin zum Einsatz kommen kann. Prof. Ulf Nehrbass, Geschäftsführer des Luxembourg Institute of Health (LIH), hielt abschließend zum 1. Block einen Vortrag über das Potenzial von KI und Datenwissenschaft im Gesundheitswesen und wie diese länderübergreifend in Initiativen und Forschungsprojekten umgesetzt werden kann.
Prof. Andrea Volkamer thematisierte die Rolle von KI in der Medikamentenentwicklung. Hier wurde deutlich, wie datengetriebene Methoden Forschung beschleunigen und Ergebnisse präziser machen können. Eindruck hinterließ auch der Beitrag von Prof. Michael Forsting von der Universität Essen. Er zeigte anhand konkreter Beispiele, was in deutschen Kliniken schon möglich ist. Die Mischung der Themen machte spürbar, wie eng Grundlagen, Methodik und Versorgung inzwischen zusammenarbeiten.




Der zweite Tag widmete sich praktischen Anwendungen. Dr. Paul Retif stellte OPTITOMO aus der Zahnmedizin vor, ein Werkzeug, das Diagnostik mit Hilfe lernender Verfahren unterstützt. Dr. Jonas Fröhlich zeigte, wie Digitalisierung und KI in der Hausarztpraxis Einzug halten und Abläufe im Alltag erleichtern können. Beim Lunch Symposium fragte Dr. Martina Schneider von der TK, was die Wissenschaft leisten muss, damit Innovationen den Weg in die Versorgung finden. In einem eigenen Block wurden ethische und rechtliche Aspekte beleuchtet. Nadine Schlicker präsentierte in Ihrem Vortrag, wie Vertrauen zwischen Patientinnen, Patienten, Ärztinnen, Ärzten und Systemen entsteht. Luka Prgomet ordnete Fragen der Cybersicherheit und Haftung ein und schlug den Bogen zu konkreten Umsetzungshürden.




Ein besonderer Blickfang im Foyer war der Demonstrator VI Screen Pro. Das Projektteam erklärte, wie die kontaktlose Erfassung von Atemwegsinfektionen funktionieren kann und welche Chancen für Prävention und Früherkennung daraus entstehen. Der direkte Austausch mit Expertinnen und Experten aus Pädiatrie, Virologie und klinischer Forschung machte den Transfer aus der Wissenschaft in den Klinikalltag greifbar. Zusätzlich wurden im Foyer verschiedene F&E-Projekte auf Postern vorgestellt, die im Kontext von Health.AI gefördert und unterstützt werden.


Am Samstagnachmittag arbeiteten die Gruppen in fünf Workshops weiter. Im ersten Workshop unter Leitung von Dr. Elena Schneider ging es um kontaktlose physiologische Messungen im Fahrzeug. Die Teilnehmenden diskutierten, welche Gesundheitsdaten sinnvoll erhoben, sicher verarbeitet und medizinisch genutzt werden können und entwarfen eigene Szenarien.
Der zweite Workshop mit Prof. Adrian Müller und Desmond Krämer stärkte die Datenkompetenz. Er behandelte gutes Prompting, den sinnvollen Einsatz großer Sprachmodelle, den Umgang mit komplexen Datensätzen sowie Fragen von Lizenzen und Datenschutz.
Im dritten Workshop mit Nadine Schlicker und Deborah Baum stand das ärztliche Gelöbnis im Mittelpunkt. Die Gruppe übertrug Grundprinzipien von Verantwortung und Vertrauen auf Systeme, die in der Medizin eingesetzt werden, und fragte, ob ein ethischer Kodex für Entwicklerinnen und Entwickler nötig ist.
Workshop vier mit Manuela Schuler konzentrierte sich auf Erklärbarkeit und darauf, wie Entscheidungen technischer Systeme für Fachpersonal und Patientinnen und Patienten nachvollziehbar werden.
Der fünfte Workshop mit Julia Hartnik, Agnès Lotton und Ariane Teymouri thematisierte den verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheitsdaten. Anhand von Rollenspielen erlebten die Teilnehmenden, wie Sekundärnutzung, Nachsorge Apps und klinische Prozesse rechtssicher und praktisch vereinbart werden können.

Die Stimmung war durchgehend positiv. Viele nutzten Pausen und Zwischenzeiten für intensive Gespräche. Manche Beiträge berührten das Publikum spürbar, vor allem die Einblicke aus der Kinderonkologie. Sie führten vor Augen, dass KI nicht nur Prozesse beschleunigt, sondern in besonders sensiblen Bereichen echten Unterschied macht. Zwischendurch sorgten kleine Anekdoten von der Bühne für Lacher und Leichtigkeit. Kaffee, Snacks und das Abendessen taten ihr Übriges, um die Menschen an einen Tisch zu bringen.
Als Veranstalterinnen und Veranstalter nehmen wir ein klares Fazit mit: KI in der Medizin ist hoch relevant und betrifft viele Ebenen zugleich. Medizin, Informatik, Recht, Ethik und Gesellschaft müssen gemeinsam an Lösungen arbeiten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind dabei Pflicht und Herausforderung in einem. Der enge Austausch zwischen Klinik, Forschung, Kostenträgern, Industrie und Zivilgesellschaft hat sich als besondere Stärke bewährt. Solche Formate gehören in unsere Region. Sie schaffen Sichtbarkeit, fördern Wissenstransfer und öffnen Türen für Interessierte außerhalb der Fachgrenzen, für Studierende und für angehende Ärztinnen und Ärzte.
Die Reise geht weiter. Für das Jahr 2028 ist die nächste Ausgabe vorgesehen. Bis dahin wollen wir die begonnenen Gespräche fortführen, Kooperationen vertiefen und hoffen, dass durch unsere Formate auch neue Forschungsvorhaben entstehen. Die Rückmeldungen aus diesen zwei Tagen geben uns Rückenwind. Wir schauen mit Zuversicht auf die nächsten Monate und freuen uns darauf, die Wirkung des Symposiums in Projekten und im Versorgungsalltag wiederzusehen.
Weitere Informationen und Bilder zum Event finden Sie hier: https://ki-symposium-homburg.de/review-2026/




Das Symposium wurde vom Health.AI Hub gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, dem Universitätsklinikum des Saarlandes und der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes organisiert. Als engagierte Kooperationspartner begleiteten die Techniker Krankenkasse (TK) und die Hochschule Kaiserslautern die Veranstaltung. Wir danken GE Healthcare, Boston Scientific, Siemens Healthineers, der Hermann und Dr. Charlotte Deutsch-Stiftung und der balt Group für ihre wertvolle Unterstützung.